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Aktuelles

In den vergangenen zehn Jahren sind die Migrationszahlen gestiegen und die Integration der Zugewanderten hat sich verbessert. Einige der Integrationsfortschritte könnten jedoch nun von der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Folgen zunichtegemacht werden.

Im Internationalen Migrationsausblick 2020 ruft die OECD Regierungen dazu auf, die Gesundheit und Sicherheit aller Beschäftigten in systemrelevanten Wirtschaftsbereichen zu gewährleisten und ausreichend Mittel für die Integration bereitzustellen. Dies sei Voraussetzung, damit MigrantInnen weiter zum gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben beitragen können.

Zugewanderte Arbeitskräfte stehen in dieser Krise an vorderster Front. Sie stellen im OECD-Raum einen großen Teil des medizinischen Fachpersonals: Im Durchschnitt stammt ein Viertel der Ärzteschaft aus dem Ausland - in Deutschland etwa ein Fünftel, in Österreich ein Sechstel und in der Schweiz sogar fast die Hälfte. Ähnlich sieht es bei den Krankenpflegekräften aus: Ein Sechstel von ihnen im OECD-Raum sowie in Deutschland ist ImmigrantIn – ein Fünftel in Österreich und ein Drittel in der Schweiz.

Auch in vielen anderen Schlüsselsektoren sind ImmigrantInnen stark vertreten. Sie stellen in vielen OECD-Ländern über ein Drittel der Beschäftigten im Verkehr, im Reinigungsgewerbe, in der Nahrungsmittelindustrie und bei IT-Dienstleistungen. In Deutschland und Österreich liegt ihr Anteil in diesen Sektoren jeweils bei mindestens einem Viertel.

Dennoch haben ImmigrantInnen auf dem Arbeitsmarkt mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Pandemie bedroht die Fortschritte, die bei der Arbeitsmarktintegration in den vergangenen zehn Jahren erreicht wurden. In allen Ländern für die Daten verfügbar sind, ist die Arbeitslosigkeit unter den Zugewanderten stärker gestiegen als unter den im Inland Geborenen. So fiel der bisherige Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland zu 34 Prozent auf jene mit ausländischer Staatsbürgerschaft. Sogar bei 42 Prozent liegt der Wert, wenn alle Bürger mit Migrationshintergrund einbezogen werden. In Österreich fielen 41 Prozent des anfänglichen Anstiegs der Arbeitslosigkeit auf Menschen mit ausländischer Staatsbürgerschaft, in der Schweiz 46 Prozent.

Studien aus mehreren OECD-Ländern zeigen überdies, dass Zugewanderte ein mindestens doppelt so hohes Infektionsrisiko wie im Inland Geborene haben.

Weitere Informationen und Download des Internationalen Migrationsausblicks 2020.