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Aktuelles

Die OECD-Studie „All Hands In: Making Diversity Work for All“ untersucht fünf gesellschaftliche Gruppen, die besonderen Benachteiligungen ausgesetzt sind: MigrantInnen, ihre Nachkommen und ethnische Minderheiten; LGBT-Menschen; Ältere; Menschen mit Behinderungen sowie Frauen.

Die Studie ist vor Beginn der aktuellen Krise entstanden, sie beschäftigt sich aber in vielerlei Hinsicht mit genau den Ungleichheiten, die die Krise noch verschärfen. Sie bewertet, wie sich die Einbeziehung dieser Gruppen in die OECD-Arbeitsmärkte im Laufe der Zeit entwickelt hat, wie sich Vielfalt auf wirtschaftliche Ergebnisse auswirkt, welche Politiken die Länder umgesetzt haben und was über ihre Wirksamkeit bekannt ist.

Gerade Menschen aus den am stärksten diskriminierten Gruppen setzen sich am wenigsten gegen Diskriminierung rechtlich zur Wehr, da sie die entsprechenden Antidiskriminierungsgesetze nicht so gut kennen, stellt die OECD Studie fest. In Österreich hatte demnach 2015 nur etwa jeder Dritte Kenntnis über den Diskriminierungsschutz - das schlechteste Ergebnis in Europa. Am besten schnitt Finnland mit fast 80 Prozent ab.

Bei der Beschäftigung von älteren Personen (55 bis 64 Jahre) hapert es in Österreich noch sehr. Die Lücke gegenüber Jüngeren (25 bis 54) betrug im Jahr 2017 fast 33 Prozentpunkte, der OECD-Schnitt lag bei 17 Prozentpunkten. Bei der Frauenbeschäftigung lag die Lücke zu Männern im Durchschnitt der Länder bei 15 Prozentpunkten, in Österreich bei 8 Prozent. Auch bei der Beschäftigung von nicht in Österreich Geborenen gibt es laut den OECD-Zahlen Nachholbedarf (Lücke zu in Österreich Geborenen: 8,5 Prozent), ebenso bei Menschen mit Behinderung (Lücke: 21,4 Prozent).

In ganzen elf OECD-Staaten ist die Beschäftigungsquote von Migranten höher als jene von im Land Geborenen. Im Großteil dieser Länder arbeiten Frauen mit Migrationshintergrund eher als nicht zugewanderte Frauen. Über die gesamte OECD gesehen war die Beschäftigungsquote von Migranten fast um einen Prozentpunkt höher als jene von im Land geborenen Menschen

Die Studie enthält auch eine Reihe von konkreten Empfehlungen, wie Vielfalt für Unternehmen und die Gesellschaft als Ganzes besser genutzt werden kann.

Quelle, u.a.: Salzburger Nachrichten online, 2. September 2020

Weitere Informationen und Download der Studie (OECD).