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Aktuelles

Am 4. Mai 2017 fand die Fachveranstaltung zum Thema „Bildungssystem im Irak" in der Arbeiterkammer Wien statt. Damit ging die Veranstaltungsreihe über Bildungssysteme anderer Länder, gemeinsam vom Beratungszentrum für Migranten und Migrantinnen und der Abteilung Bildungspolitik der Arbeiterkammer Wien organisiert, in die nächste Runde. Bisher fanden zu folgenden Staaten Inputs statt: Serbien, Syrien und Iran.

Zu Jahresbeginn 2017 lebten rund 16.000 im Irak geborene bzw. 15.000 irakische StaatsbürgerInnen in Österreich. Seit 2011 sind diese Zahlen stark gestiegen: damals lebten etwa 2.500 irakische Staatsangehörigen in Österreich. Im Asylbereich ist Irak auf Platz drei der antragsstärksten Nationen (nach Afghanistan und Syrien). Alleine im Jahr 2015 wurden mehr als 13.000 Asylanträge von IrakerInnen in Österreich gestellt. Diese Zahl ist im vergangenen Jahr jedoch wieder deutlich zurückgegangen (rund 2.800 Asylanträge). Jedoch werden die Asylanträge zu 80 % positiv entschieden und somit bekommen diese Personen in Folge den freien Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt.

Gerade in der aktuellen Integrationsdebatte ist Bildung ein wichtiges Thema. Bewusstsein schaffen, Gefühl bekommen für im Ausland erworbenen Abschlüsse, sowie Verständnis über ihre Vergleichbarkeit und mögliche Verwendung am Arbeitsmarkt gehören zum Alltag in der Arbeitsmarktbetreuung, Bildungs- und Berufsberatung von Migranten und Migrantinnen.

Politikwissenschaftlerin, Frau Mag.a Soma Ahmad gab zunächst einen eindrucksvollen Überblick über die historische Entwicklung des Landes sowie über unterschiedliche Phasen der politischen Transformation. Der Irak ist seit Jahrzehnten von verschiedenen politisch-gesellschaftlichen Krisen geprägt, daher ist es wichtig sein Bildungssystem im breiteren Kontext zu betrachten und zu diskutieren.

Die Referentin berichtete zudem auch über die aktuelle Situation und Lebensbedingungen der Vertriebenen innerhalb des Landes: derzeit befinden sich etwa 60.000 Kinder und Jugendliche in den Flüchtlingslagern im Norden, wo keinerlei Bildungs- oder soziale Strukturen vorhanden sind.

Des Weiteren erfuhren die TeilnehmerInnen Wesentliches über Einrichtungen und Ausbildungsmöglichkeiten im irakischen Schulsystem und Hochschulwesen. Anhand einzelner Beispiele von beruflichen und akademischen Abschlüssen wurden Bildungswege beschrieben.

Präsentation